Porsche 911 997 Speedster in Blau und 911 Classic Grau vor Bergpanorama stehend Foto: Porsche
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Der Porsche 911 als Gebrauchter: Lohnt sich der Kauf?

Der Porsche 911 ist auch gebraucht ein gesuchter Klassiker. Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Auch wenn ein Porsche 911 nicht das alltagstauglichste Auto ist, gibt es ausreichend Gründe, einen fahren zu wollen. Schließlich spielen auch die Emotionen beim Thema Auto eine große Rolle. Und da gibt es neben Porsche eben keine zweite deutsche Marke, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, nur Sportwagen zu bauen. Dabei war und ist der 911 nicht das einzige Modell der Zuffenhausener, jedoch ist und bleibt „der Elfer“ die Ikone im Markenportfolio und prägt das Bild des gesamten Herstellers. Doch für die meisten bleibt es ein Traum, einen Porsche zu fahren, denn zu den Billigheimern auf dem Automarkt gehört die Marke wahrlich nicht. Da ist es beruhigend zu wissen, dass Porsches gebraucht zu deutlich besseren Kursen zu haben sind als frisch aus dem Porsche Zentrum. Wir wollen uns hier auf die relativ jüngeren gebrauchten Porsche konzentrieren, da der Porsche-Oldtimer-Markt noch einmal ganz eigene Regeln hat.

Gelber Porsche 911 Targa, Seitenansicht rechts
Der Porsche 911 Targa ist ein echter Autoklassiker.

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Die Kunst, einen Porsche 911 gebraucht zu kaufen

Der Porsche 911 ist gebraucht aufgrund seines ikonischen Status‘ auch noch stark gesucht. Ab einem bestimmten Alter werden die Modelle sogar wieder teurer. Die Kunst ist es, beim Kauf auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, wenn die Preise ihren Tiefststand erreicht haben und eigentlich niemand mehr an dieses bestimmte Modell denkt. Doch das ist natürlich schwierig, denn das versuchen alle anderen Marktteilnehmer ebenfalls zu schaffen. Als grobe Richtlinie dient, wenn man an die bisherigen Entwicklungen zugrunde legt, der Grundsatz, dass Autos im Altersbereich von 15 Jahren am günstigsten sind. Außerdem spielt es eine sehr große Rolle, welches 911-Modell es sein soll. Ist es der normale Carrera? Oder der stärkere Carrera S? Ist es ein Cabrio oder ein Coupé oder eines der selteneren Targa-Modelle? Soll es der prestigeträchtige Turbo S sein? Oder spekuliert man gar auf ein supersportliches GT-Modell wie den GT3 oder GT2 RS? Eine weitere Faustregel zum Thema gebrauchte Porsche 911 besagt, dass ein Auto umso teurer ist, je seltener es ist. Das spräche für die GT3 RS und vor allem für die GT2 RS-Varianten. Aber gerade letztere sind schon gleich nach Veröffentlichung zu Spekulationsobjekten geworden, deren Wert stark gestiegen ist. Damit scheiden sie aus den Betrachtungen für den „normalen“ Porsche 911-Gebrauchtwagenmarkt aus.

Zwei Porsche 911 GT2 RS fahren versetzt hintereinander auf einer Rennstrecke. Frontale Ansicht
Der Porsche GT2 RS der Generation 991 ist der schnellste Elfer aller Zeiten. Er war aber quasi schon beim Marktstart ausverkauft und wurde zum Spekulationsobjekt. Foto: Porsche

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Der Porsche 911 als Gebrachtwagen: Die Carrera- und 911-Carrera-S-Modelle

Dafür werden gebrauchte Porsche 911 Carrera und 911 Carrera S umso interessanter. Denn hier liegt der preisliche Einstieg bei ca. 27.500 € für Vorfaceliftmodelle der 997er Baureihe. Noch einmal 10.000 € weniger, also gut 17.500 €, werden für die ersten 996er aufgerufen. Aussortiert haben wir von vornherein Fahrzeuge, die nicht scheckheftgepflegt sind, da der kleine Mehrpreis für die regelmäßigen Stempel im Serviceheft die möglichen Folgekosten eines ungepflegten Autos, bei dem der Motor oder das Getriebe beschädigt sind, auf jeden Fall aufwiegt. Nahezu bedenkenlos zugreifen kann man bei einem gebrauchten 911er, den Porsche selbst als unbedenklich eingestuft. Hier haben die Zuffenhausener schon eine ausführliche Prüfung vorgenommen. Ebenfalls in die Kalkulation mit aufnehmen sollte man vor dem Kauf daher einen ausführlichen Fahrzeugcheck durch einen Fachmann. Denn der erkennt zuverlässig, ob es einen Wartungsstau oder teuer zu reparierende Teile gibt. Das kann im Nachhinein viel Geld sparen, denn die Werkstattkosten für Teile und Arbeitszeit sollte man bei einem Auto dieser (Neu)Preisklasse nicht unterschätzen.

Silberner Porsche 911 996 am Meer von der linken Seite
Der Porsche 911 Targa der Generation 996 verfolgt eine ganz eigene Designlinie. Foto: Porsche

Welche Baureihe sollte man vom Porsche 911 gebraucht kaufen?

Nun wurden schon die Baureihen „997“ und „996“ erwähnt. In der 997er Form wurde der Porsche 911 von 2004 bis 2012 gebaut. Danach folgte ihm der Porsche 911 der Baureihe 991 (seit 2011), davor ging der Elfer zwischen 1997 und 2006 als 996 an den Start. Mit dem 996 wurden wassergekühlte Motoren eingeführt und die luftgekühlten ersetzt. Eine Ära ging zu Ende, der viele Porsche-Fans nach wie vor nachtrauern. Neben dem emotionalen Aspekt spielt dabei aber auch eine schlechtere Qualität der neuen Motoren eine Rolle. Die Experten für luftgekühlte 911er von Roitmayer in München haben uns im Interview genau erklärt, dass es nach wie vor Probleme mit Undichtigkeit, Zwischenwellen oder auch brechenden Lagern gibt. Die Technik war noch nicht ausgereift. Diese Probleme zogen sich auch noch beim 997 weiter, bis dort 2008 mit einem Facelift ordentlich nachgebessert wurde. Die Turbo- und GT-Modelle sind in der Regel nicht von diesen Problemen betroffen. Ganz sicher geht man mit den Motoren jedenfalls, wenn man das Auto vom Fachmann durchchecken lässt. Der 997 hat auch den Vorteil, ein noch junges und damit schon relativ modernes Auto zu sein, dessen Navigationssystem zum Beispiel noch nicht ganz aus der Zeit gefallen wirkt. Das ist bei einem gebrauchten Porsche natürlich auch ein großes Thema, denn auch digital will so mancher Käufer wenigstens einigermaßen auf der Höhe der Zeit bleiben.

Zwei Coupés und zwei Cabrios vom Porsche 911
Der Porsche 911 als Coupé und Cabrio, Baureihe 997. Foto: Porsche

Wie viel kostet ein guter Porsche 911 (997) gebraucht?

Den Einstieg in die Welt des Porsche 911 der Baureihe 997 als gebrauchtes Auto kann man mittlerweile schon ab knapp unter 30.000 € schaffen. Das Facelift-Modell des 997er Elfers mit den verbesserten Motoren, das es ab 2008 gab, ist ca. 10.000 € teurer und somit ab knapp unter 40.000 € zu haben. Mehr Ausstattung in Kombination mit geringerer Laufleistung sorgt in der Regel außerdem für einen höheren Preis. Dahingehend unterscheidet sich der Porsche 911 nicht von „normalen“ gebrauchten Autos. Eine seltene Farbe bzw. Farbkombination aus Außen- und Innenfarbgebung kann ebenfalls dazu beitragen. Gesucht sind mitunter auch Modelle, die die teuren Turbo- oder GT3-Felgen montiert haben. Zwischen 997 Carrera und Carrera S gibt es bei den Gebrauchten keinen so großen Unterschied. Deutlich mehr aufgeschlagen wird dagegen eher für den 911 GTS, der über 50 Prozent bzw. mehr als 20.000 € teurer ist als vergleichbare Carrera S-Modelle. Er bietet kompromisslosere Sportlichkeit und 23 Extra-PS, insgesamt also 408 PS.

Porsche 911 Carrera 4 GTS als gelbes Coupé und blaues Cabrio auf Plateau
Als 911 Carrera 4 GTS bringt der 997er Elfer neue Design-Features und einige Extra-PS mit. Er ist als gebrauchter gesuchter als die kleineren Brüder. Foto: Porsche

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Wie viel muss man für einen gebrauchten Porsche 911 der 996er Baureihe einplanen?

Wie schon erwähnt, ist das derzeit günstigste Porsche 911 Gebraucht-Modell eines aus der Baureihe 996, die es von 1997 bis 2006 gab. Hier gibt es schon Autos ab 16.000 €, die scheckheftgepflegt sind. Sie sind dann wirklich auch schon etwas älter und stammen teils noch aus dem Einführungsjahr der Baureihe. Damit kommt nicht nur die angesprochene Motorproblematik zum Tragen, man muss sich auch mit dem oft geschmähten „Spiegelei“-Design der Scheinwerfer arrangieren können, die noch dazu baugleich beim schwächeren Boxster Verwendung fanden. Sind einem diese Einschränkungen bewusst, kann man mit ein wenig Glück aber ein echtes Schnäppchen schießen und sich sehr kostengünstig den Traum vom Porsche 911 erfüllen. Auch beim 996 bilden die GT2-Modelle das andere Ende des Preisgefüges. Sie kosten bis zu 300.000 €. Darunter finden sich GT3 (RS) Varianten zwischen 90.000 € und 190.000 €. Für einen 996 Turbo oder Turbo S muss man im Schnitt in etwa 75.000 € einkalkulieren. Wenn man also ca. 25.000 € bis 45.000 € einplant, sollte ein gut erhaltener, gepflegter Porsche 911 auch gebraucht noch viel Freude machen und nicht außerplanmäßig in die Werkstatt müssen.

Roter Porsche 911 (996) von schräg rechts vorne am Meer
Für viele ist die Baureihe 996 die am wenigsten gelungene des Porsche 911. Dafür ist er gebraucht schon sehr günstig zu haben. Foto: Porsche

Der Porsche 911 (991) ist auch gebraucht noch top-aktuell

Immer noch aktuell, da er in verschiedenen Varianten noch als Neuwagen verkauft wird, ist der Porsche 911 der Baureihe 991. Sein Nachfolger, der 992, wurde zwar schon präsentiert und steht ebenfalls in den Verkaufsräumen, allerdings zunächst einmal nur als Carrera S und Carrera 4S. Dafür gibt es schon sowohl Coupé als auch Cabrio vom neuen 911er. Der 991 ist gebraucht aber natürlich auch schon zu haben. Erste Modelle werden ab gut 55.000 € angeboten, haben aber teils schon deutlich mehr als 100.000 km hinter sich gebracht. Zwischen 60.000 € und 70.000 € sollte indes ein gutes Auto zu finden sein. Größere Probleme sind bei diesem Modell nicht bekannt, man muss also im Grunde auch nicht vor einer höheren Laufleistung zurückschrecken, wenn das Serviceheft regelmäßig gepflegt wurde. Der 991 gilt als technisch extrem ausgereift, gar als „bester Elfer aller Zeiten“. Das macht sich auch an den relativ stabilen Preisen bemerkbar. Dazu trägt auch noch ein anderes Detail bei.

Schwarzer Porsche 911 (991) Turbo S steht auf Landstraße im Sonnenuntergang
Als absoluter Traumwagen und bester Sportwagen überhaupt gilt für viele der Porsche 911 Turbo S, hier in der Generation 991. Foto: Driven Luxury Cars

Letzter Porsche 911-Sauger ohne Turbo

Der Porsche 911 der Baureihe 991 war bis zu seinem Facelift das letzte 911-Modell, das ohne Turbo-Aufladung auskam – sieht man natürlich vom 911 Turbo ab. Aber bei den Einstiegsmodellen Carrera und Carrera S durfte der Motor frei saugen, was ihn zu einer Besonderheit im Elfer-Universum macht. Es könnte theoretisch sogar sein, dass wegen dieses Umstands das Vorfaceliftmodell einmal wertstabiler wird als das 991-Facelift. Von unterstellten Ansprechverzögerungen ist indes nichts zu spüren, wie sich in unserem Test des Porsche 911 Carrera GTS (991.2) gezeigt hat, der auch sonst über jeden Zweifel erhaben ist und sich als perfekter Elfer mit enormem Durchzug in jeder Lebenslage erwiesen hat. Dafür bieten die Turbomotoren mehr Leistung bei deutlich verringertem Verbrauch. Den 991 Carrera GTS gibt es gebraucht ab ca. 85.000 € in allen drei Karosserie-Varianten Coupé, Cabrio und Targa. Der prestigeträchtige und Leistung bereitstellende Turbo wird ab rund 93.000 € angeboten und ist etwas für Leistungsenthusiasten. Auch wenn ein Turbofahrer und die Porsche-Gemeinde natürlich wissen, dass sie einen Turbo fahren, werden die meisten Passanten den Unterschied zu einem normalen Elfer leider gar nicht erkennen. Aber ein Porsche 911 bleibt sowieso immer ein Porsche 911.

Gelber Porsche 911 (991) Carrera GTS von schräg links vorne
Als perfekteste Form des Porsche 911 erwies sich in unserem Test der Carrera GTS, der trotz Turboaufladung immer absolut spontan am Gas hing. Foto: Driven Luxury Cars

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Rennsportleistung für die Straße: Porsche 911 GT3 (RS) gebraucht

Das gilt auch für die allersportlichsten Versionen, den 911 GT3, den 911 GT3 RS und den 911 GT2 RS, die es in der Baureihe 991 noch gab. Der GT3 behielt übrigens aufgrund seiner Auslegung als Basisfahrzeug für den Rennsporteinsatz auch nach dem Facelift noch seinen Saugmotor. Vielleicht als allerletztes Modell der 911er-Modellgeschichte. Das wird sich aber erst noch erweisen müssen. Vor dem Facelift hatte der GT3 475 PS, der GT3 RS 500 PS. Danach waren es 500 bzw. 520. Der schon vor Verkaufsstart quasi ausverkaufte und dann im Preis noch gestiegene Porsche 911 GT2 RS bringt sogar 700 PS auf die Straße und ist damit der stärkste Porsche 911 aller Zeiten. Und mit einer Zeit von 6:47,3 Minuten holte er sich bei Erscheinen auch den Titel des schnellsten straßenzugelassenen Autos in der Grünen Hölle der Nürburgring Nordschleife.

Weiß-roter Porsche 911 (997) GT3 RS von schräg links hinten
Natürlich gibt es von Porsche auch ein Rennauto, mit dem man auch auf der Straße fahren kann: Den 911 GT3 RS, hier ein Exemplar der Generation 997. Foto: AIL Leasing

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Foto Christian Finke

Christian Finke
CEO AIL Leasing & Finance

„Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner zum Thema »Porsche 911«. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.“