Ein schwarzer McLaren P1. Foto: McLaren
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Der ewige Zweite?

McLarens P1 verzweifelt am 918 Spyder

Der 916 PS starke McLaren P1 sollte der beste Sportwagen unserer Zeit werden. Doch dann kam Porsche. 

Mit dem P1 habe man „den besten Sportwagen der Welt“ gebaut. So drückte es McLaren-Projektleiter Paul Mackenzie aus. Und dafür hat von Anfang weder Kosten noch Mühen gescheut. Das gesamte Design des Supercars wurde nämlich auf den Windkanal zugeschnitten: Sobald sich im Race-Modus der gigantische Heckspoiler aufstellt, entsteht ein Anpressdruck von gewaltigen 600 kg. Eine weitere Besonderheit: Um noch mehr aerodynamischen Abtrieb zu bekommen, kann der Fahrer die Bodenfreiheit über ein System (RaceActive Chassis Control) nochmals um 50 mm verringern. All das zahlt sich aus: Während normale Serienautos spätestens bei einer Querbeschleunigungen von 1g aus der Kurve segeln, ist beim P1 mehr als das Doppelte möglich. 

Ein blauer McLaren P1.
Ein blauer McLaren P1. Foto: McLaren

916 PS!

Der 3,8-Liter-V8-Twinturbo-Motor des P1 leistet 737 PS. Allein damit ist er schon stärker als Lamborghini Aventador und Co.. Aber McLaren legt hier ja noch einen 179 PS starken Elektromotor drauf. Insgesamt ergibt das dann aberwitzige 916 PS. Und die sorgen für Randale: 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden und 0 auf 300 km/h in 16,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit muss sogar elektronisch abgeriegelt werden – bei 350 km/h!

Der McLaren P1 mit geöffneten Scherentüren.
Der McLaren P1 in all seiner Pracht. Foto: McLaren

Niederlage auf dem Nürburgring

Zahlenmäßig sollte dies eigentlich reichen, um den Anspruch des P1 auf die „Sportwagen-Krone“ zu sichern. Aber Papier ist geduldig: Ein Sportwagen muss sich auf der Teststrecke beweisen. Dabei gilt der Nürburgring gewissermaßen als das Maß der Dinge: Wer auf der Nordschleife die Bestzeit hält, hat gewonnen.

Genau hier kommt dem P1 aber der Porsche 918 Spyder in die Quere. Er ist ebenfalls ein High-Tech Hybrid. Mit insgesamt 887 PS hat er zwar ein bisschen weniger unter der „Haube“ – aber dafür hält er mit 6:57 Minuten in der „Grünen Hölle“ die Bestzeit für Serienfahrzeuge mit Straßenreifen.

Ein silberener Porsche 918 Spyder auf der Rennstrecke.
Der Herausforderer: Porsche 918 Spyder. Foto: Porsche

Rekord-Gerüchte

Und was macht der P1 auf dem Nürburgring? Eigentlich, so lässt man verlautbaren, eigentlich habe man die Nordschleife in weniger als 7 Minuten umrundet. Das hat außer dem 918 bislang noch keiner geschafft. Und man setzt sogar noch nach: deutlich unter 7 Minuten soll es gewesen sein – also eventuell sogar schneller als der Porsche. Da diese Zeit aber nie offiziell bestätigt wurde, nützt sie freilich gar nichts.

Ein blauer McLaren P1 von hinten.
Foto: McLaren

Der zweitbeste Sportwagen der Welt

Natürlich mussten die beiden Autos schon unzählige Male vor laufender Kamera gegeneinander antreten. Ergebnis: Bei Beschleunigungen steht es wohl unentschieden: im Standardsprint bis 100 km/h ist der Porsche schneller – bei höheren Geschwindigkeiten gewinnt der P1.

Sobald es aber auf die Teststrecken geht, macht meist der Porsche das Rennen. So auch bei diesem sehr aufwendigen Test von MOTORTREND im amerikanischen Laguna Seca: Obwohl der McLaren mehrmals nachjustiert wird: Der Porsche ist und bleibt schneller!

Trotzdem beliebt

Selbst wenn er wohl nur die Nr.2 ist – für seine Fans bleibt der P1 wohl die Wuchtbrumme der Herzen. Jeder Testfahrer beschreibt die Fahrt mit ihm als unglaubliches Erlebnis. Und natürlich ist er auch schon ausverkauft: 375 Stück wurden produziert und noch vor Baubeginn für jeweils 1,1 Millionen Euro verkauft.

Der Innenraum des McLaren P1.
Der Innenraum des McLaren P1. Foto: McLaren

Exklusive Sonderausstattung möglich

Wer sich noch etwas mehr von den restlichen 374 P1-Fahrern abzuheben will, kann bei McLaren MSO (McLaren Special Operations) für den "geringen" Aufpreis von 280.000 Euro alle sichtbaren Karosserie-Teile durch Carbon-Derivate zu ersetzen lassen. Das bedeutet eine Steigerung um fast ein Drittel des Kaufpreises.