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 Porsche Panamera Turbo parkend schräg links vorne Berge im Hintergrund Foto: Porsche
Artikel Erstellt Aktualisiert

Feuertaufe auf der Nordschleife

Der Porsche Panamera Turbo

Sein Design ist eine Revolution. Und auf der Nordschleife hängt der Panamera sogar so einige Lamborghinis ab!
 

Aus Zuffenhausen fährt ein sehr großes Auto hinaus in die Welt der eleganten Fortbewegungsmittel. Eine Luxuslimousine, die den Anspruch erhebt, der Sportwagen in ihrer Klasse zu sein: Porsches ehemaliges „Moppelchen“ Panamera hat satte 100 Kilo abgespeckt und präsentiert sich in der neuen Generation auf einmal gertenschlank. Ganz klar: die zweite Generation von Porsches Oberklasse-Limousine ist keine behutsame Weiterentwicklung, sondern eine regelrechte Revolution – „Buckelwal“ war gestern.

Porsche Panamera Turbo fährt auf der Nordschleife, schräg links vorne
Der Porsche Panamera Turbo umrundete die Nordschleife in 7:38 Minuten. Foto: Porsche

Wie neu geboren: die radikale Neuentwicklung des Panamera

Getreu diesem Motto blieb vom alten Panamera bei der gründlichen Entrümpelung nur das allernötigste übrig, nämlich „das Limousinenkonzept, der Name und das Porsche-Logo“, so Baureihenleiter Gernot Döller. Dass der Viertürer das Wappen mit dem Pferd völlig zu Recht trägt, bezeugt schon die neue Linienführung recht eindrucksvoll. Die abfallende Dachlinie und die breitschultrigen Radhäuser unter der C-Säule sorgen für einen windschnittigen 911er-Look. Mit dieser Limousine geht man als Käufer auch beim Außendesign keinen Kompromiss mehr zwischen Sportlichkeit und Größe ein. Dass der Panamera auch schon in der ersten Generation zu den schnellsten Luxuslimousinen zählte, war jetzt nur der Antrieb, um erneut die Benchmark im Segment zu setzen.

Porsche Panamera Turbo stehend schräg links hinten
Die Heckansicht mit den dreidimensionalen Rückleuchten ist auf den ersten Blick als Porsche zu erkennen. Die Linie erinnert jetzt an den ikonischen 911. Foto: Porsche

Das Biturbo-Kraftpaket

Aber genug an schnöden Äußerlichkeiten – widmen wir uns den alles entscheidenden inneren Werten. Es steht nicht die reine Leistung im Vordergrund, sondern das Leistungsgewicht. So haben die neuen Motoren nur relativ wenig Mehrleistung im Vergleich zu ihren Vorgängern. Weil in Kombination dazu auch das Fahrzeuggewicht reduziert wurde, steigen die Fahrleistungen dennoch, während der Verbrauch sinkt. 550 PS und 770 Nm Drehmoment aus vier Litern Hubraum legt der brandneue V8-Biturbo im Spitzenmodell „Panamera Turbo“ vor. Die beiden Twinscroll-Turbolader sind in der Mitte zwischen den Zylinderbänken in V-Form montiert. Dadurch soll der Motor kompakter werden und somit tiefer eingebaut werden können. Das wiederum führt zu einem tieferen Schwerpunkt des Fahrzeugs und so zu mehr Sportlichkeit. Aber auch geradeaus geht es im Turbo natürlich standesgemäß vorwärts: Mit Sport-Chrono-Paket geht es trotz zwei Tonnen Gewichts in 3,6 Sekunden von 0 auf 100. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 306 km/h. 

Auf Wunsch gibt es zudem die aus 918 Spyder und einigen 911-Modellen bekannte Hinterachslenkung oben drauf. Damit werden auch engste Kurven - mit bekannter Porsche-Präzision -  zum regelrechten Kinderspiel, eine Wankstabilisierung sorgt für zusätzliche Stabilität. Unterstützend entfaltet sich geschwindigkeitsabhängig der Heckspoiler. Sieht man diesem ästhetischen Hochakt zu, entfaltet sich im Inneren eine wohlige Zufriedenheit.

Porsche Panamera: Nordschleife im Blut

Wer dem Oberklasse-Schiff trotzdem nur gediegene Rennomierfahrten zutraut, der irrt gewaltig: das Turbo-Triebwerk peitscht die Limousine bei Bedarf auch zu fulminanten Topleistungen auf dem Rundkurs. Ganz klar: Auf Kompromisse in puncto Sportlichkeit wollten sich die Zuffenhausener gar nicht erst einlassen. Den Sportwagen im Segment zu bauen, dürfte den Schwaben gelungen sein. Davon zeugt die Zeit auf der Nordschleife.

Porsche Panamera Turbo auf der von Fans beschrifteten Nordschleife fahrend, schräg rechts vorne
Selbst die ehemalige sportliche Speerspitze von Lamborghini, den Murciélago LP 670-4 SuperVeloce, lässt der Panamera Turbo auf der Nordschleife hinter sich - und das als Luxuslimousine mit zwei Tonnen Gewicht. Foto: Porsche

Daher scheute man auch den absoluten Härtetest in der gefürchteten „Grünen Hölle“ nicht. Schließlich lautet das ungeschriebene Sportwagen-Gesetz: Wer auf der Nordschleife besteht, hat einen Platz im Olymp des Motorsports sicher. Und wer wüsste das besser als Porsche? Schließlich hat man mit dem 918 Spyder den absoluten Rennpisten-Dominantor unter den Supercars im Programm. Auch wenn der mittlerweile schon wieder vom hauseigenen GT2 RS (991.2) als neuem Rekordhalter abgelöst worden ist.

Mit entsprechender Spannung blickte die Motorsport-Welt dann am Tag X in die Eifel. 20,8 Kilometer blieben dem Panamera Turbo, um seine Fahrdynamik unter den extremen Bedingungen des Nürburgrings unter Beweis zu stellen. Porsches Luxus-Kraftmeier konnte liefern.

Rekord auf der Nordschleife: Panamera Turbo schnellste Luxuslimousine

Beeindruckende 7:38 Minuten standen am Ende auf der Uhr. Damit sicherte sich der Panamera Turbo nicht nur den Ehrentitel der „schnellsten Luxuslimousine auf der Nordschleife“, sondern verwies nebenbei auch gleich einige reinrassige Sportler auf die Plätze. Ob Mercedes SLS AMG oder der hauseigene 911 GT3 (997) – sie alle müssen sich der Macht des brachialen Viertürers beugen. Porsches fünfsitziges Schlachtschiff platziert sich damit sogar vor dem Murciélago LP 670-4 SuperVeloce - und der war bis zum Jahr 2010 noch das absolute Topmodell aus dem Hause Lamborghini.

Die Porsche Panamera Modelle

Mittlerweile gibt es auch noch weitere Modelle in der Panamera-Familie. Den Einstieg bildet das Modell mit Heckantrieb und 330 PS. Diese Leistung bekommt man auch mit Allradantrieb namens Panamera 4. Als Topmodell gibt es den Turbo S. Beide sind auch als E-Hybrid zu haben, den Turbo und den 4S gibt es jedoch nur ohne elektrische Verstärkung. Dafür kann man alle Modelle auch in der Executive-Variante ordern. Die bietet den Karosserievorteil eines längeren Radstands und mehr Platz für die im Fond Chauffierten.

Porsche Panamera Turbo Cockpit
Das moderne Porsche-Cockpitdesign feierte im Panamera seine Premiere. In der Mittelkonsole greift man zu kapazitiven Tasten in Black-Panel-Glasoptik. Die LED-Screens hinter dem Lenkrad sind frei konfigurierbar. Foto: Porsche

Ab 155.748 Euro ist der Panamera Turbo konfigurierbar. Und auch wenn er eines der breitesten Autos überhaupt und mit einer Länge von 5,05 Metern auch eine stattliche Erscheinung ist - eins steht fest: von einem „Buckelwal“ wird im Zusammenhang mit dem Panamera wohl niemand mehr sprechen.

Autor

Portrait von Martin Maerschalk

Martin Maerschalk -

Chefredakteur Driven Luxury Cars