Ferrari 275 GTB/4 Seitenansicht Foto © Sothebys
Artikel Erstellt Aktualisiert

Ferrari dominiert diese Top Ten

Die zehn teuersten Autos der Welt

Die roten Renner aus Maranello dominieren die Top Ten der teuersten Autos. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Einen van Gogh? Ein Rodin? Ein Originaldruck von Andy Warhol? Die Reichen und Schönen legen ihr Geld schon lange nicht mehr nur in Kunstwerken an. Sie haben es auf ganz andere Sammlerstücke abgesehen. Seit einigen Jahren schießen die Preise für klassische Automobile in die Höhe. Allein die zehn Oldtimer in unserer Liste bringen es zusammen auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Das hat natürlich einen guten Grund: Sie sind nicht nur wunderschöne Zeitzeugen ihrer Epoche, sie sind auch äußerst selten. Eine sichere Geldanlange - und vor allem eine, die wirklich Spaß macht. Hier sind sie also - die zehn derzeit teuersten Oldtimer aller Zeiten.

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Platz 10: 1961 Ferrari 250 GT SWB California Spider

Natürlich beginnt diese Top Ten mit einem Ferrari. Die Autos keiner anderen Marke haben über die Jahrzehnte so an Wert gewonnen. Dieses wunderschöne Cabrio wurde 2015 auf einem Privatgrundstück im Westen von Frankreich gefunden - zusammen mit Dutzenden anderer seltener Automobile. Der Unternehmer Roger Baillon wollte hier sein eigenes Museum eröffnen, geriet aber in finanzielle Schwierigkeiten und viele der Fahrzeuge verrotteten. Der 250 California Spider zum Beispiel war unter einem Berg alter Zeitungen begraben. Als die Erben sich entschlossen, die Sammlung zu versteigern, übernahm Artcurial die Auktion der 59 Autos. Das wertvollste unter ihnen: Der California Spider, der unter anderem Filmstar Alain Delon gehörte. Verkaufspreis: 18,5 Millionen Dollar.

Frontansicht des 1961 Ferrari 250 GT SWB California Spider
Foto © Sothebys

Platz 9: 1939 Alfa Romeo 8C 2900B Lungo Spider by Touring

Dieser Alfa Romeo 8C war nicht weniger als der Sportwagen seiner Generation. Deutlich beeinflusst vom im Rennsport erfolgreichen Vorgängermodell 2300, war der 2900 der fortschrittlichste und modernste Sportwagen, den man für Geld kaufen konnte. Jedes Rad einzeln aufgehängt, der 2,9-Liter-Achtzylinder außer Konkurrenz. Das Chassis wurde in Leichtbauweise auf einem Netz von Bleistift-dünnen Stahlrohren aufgebaut.

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Heute gibt es nur noch zwölf Exemplare des Sportwagens. Und wenn mal einer auftaucht, hat er eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Exemplar, das Sotheby’s 2016 für 19,8 Millionen US-Dollar versteigerte, wurde 1949 nach Brasilien verkauft, wo es an einem Rennen teilnahm und verschwand. In den Fünfzigern geriet es in die Finger eines Tuners. Der baute einen V8-Corvette-Motor ein, die Karosserie ging anderer Wege. Mal tauchte sie in Argentinien auf, dann wieder in Brasilien und der Schweiz. Erst 40 Jahre später konnten Chassis und Karosserie wiedervereint werden. In jahrelanger Arbeit restaurierten Spezialisten den Alfa Romeo 8C. Seine Premiere feierte er 1999 auf dem Pebble Beach Concours d’Elegance, wo er die Besucher in Verzückung versetzte.

Alfa Romeo 8C 2900B Lungo Spider Front und Seite
Foto © Sothebys

Le-Mans-Sieger 1956: Jaguar D-Type

Es gibt einige Dinge, die den Wert eines Oldtimers beeinflussen. Ein Faktor ist, wie beim Alfa Romeo 8C, Seltenheit. Ein weiterer ist eine erfolgreiche Rennvergangenheit. Womit wir beim Jaguar D-Type wären. Mit ihm gewann 1956 das schottische Rennteam Ecurie Ecosse mit einem Vorsprung von fünf Runden die 24 Stunden von Le Mans. Der Erfolg hatte jedoch immer noch einen unguten Beigeschmack, löste doch Jaguar-Fahrer Mike Hawthorne ein Jahr zuvor den schrecklichsten Unfall der Motorsportgeschichte aus. Nach 35 Runden zog Hawthorne überraschend nach dem Überrunden eines Healey über die ganze Gerade bremsend in die Box. Der Fahrer des Healey Lance Macklin musste ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden - und geriet direkt in die Bahn des Franzosen Pierre Levegh, dessen Mercedes 300 SLR durch den Kontakt in die Luft katapultiert wurde und in Stücke gerissen ins Publikum schoss. Der Fahrer und 82 Menschen starben, 180 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Danach zog sich Mercedes über Jahrzehnte aus dem Rennsport zurück. 2016 wurde der blaue D-Type für 21,8 Millionen Dollar versteigert.

Seitenansicht des Jaguar D-Type
Foto © Sothebys

1956 Aston Martin DBR1

So viel Dramatik bietet der Aston Martin DBR1, der 2017 in Monterey für 22,6 Millionen Dollar versteigert wurde, glücklicherweise nicht. Auf eine große Rennvergangenheit kann aber auch er zurückblicken. Unter anderem Stirling Moss, Jack Brabham und Caroll Shelby saßen hier am Steuer. Der DBR1 gilt noch heute als das wichtigste Auto in der Renngeschichte von Aston Martin, dieses Exemplar mit 301 PS gewann unter anderem 1959 die Nürburgring 1000 Kilometer - und brach dabei 16-mal den Rundenrekord. Es ist der erste von fünf DBRs und der am besten erhaltene, historisch korrekt bis ins kleinste Detail. Nur der Motor wurde originalgetreu neu entworfen, da sein Besitzer am Goodwood Revival teilnehmen wollte, jedoch Angst hatte, die wertvolle Maschine zu überlasten und unwiederbringlich zu beschädigen. Versteigert wurde der DBR natürlich mit beiden Motoren - der Replika und der originalen 3-Liter-Einheit.

1956 Aston Martin DBR1 3/4-Ansicht vorne rechts
Foto © Sothebys

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1964 Ferrari 275 GTB/V Speciale by Scaglietti

Hier ist er, der zweite Ferrari. Denn je teurer die Autos werden, umso höher auch die Dichte der roten Renner aus Maranello. Der 275 GTB/V ist eines der “günstigeren” Modelle von ihnen - er erzielte 2014 einen Verkaufspreis von 26,4 Millionen Dollar beim Auktionshaus Sotheby’s. Der Käufer bekam dafür einen Ferrari mit klassischen Werten: zwölf Zylinder, 320 PS und eine manuelle Fünfgang-Schaltung. Nur zwölf Exemplare existieren heute noch, damit ist er seltener als der gesuchte 250 GTO. Doch zu diesem Modell kommen wir später noch.

1964 Ferrari 275 GTB/V Speciale by Scaglietti Front
Foto © Sothebys

1967 Ferrari 275 GTB/4*S N.A.R.T. Spider by Scaglietti

“Ich wollte immer einen Ferrari besitzen”, sagte Eddie Smith Sr., der erste Besitzer dieses 275 GTB/4*S schon früh. Und er sollte einige ansammeln: einen 250 GT Short Wheelbase California Spider, einen 275 GTB/a Berlinetta, einen 365 GTB/4 Daytona Coupe. Doch der Sportwagen, der ihm wohl am teuersten war, ist der Spider von Scaglietti aus dem Jahr 1967. Nicht nur blieb er bis zur Auktion 2013 in Monterey (27,5 Millionen Dollar) im Familienbesitz, er entwickelte sich zu einem der berühmtesten Autos der Ferrari-Geschichte. So ist das Chassis 10709 unter anderem in der “Die Thomas Crown Affäre” mit Steve McQueen zu sehen. Der Schauspieler und Autonarr war so begeistert von dem 300 PS starken Zwölfzylinder, dass er sich nach den Dreharbeiten ein eigenes Exemplar zulegte. Als er diesen an einer Ampel schrottete, wollte er Eddie Smith Sr. überzeugen, ihm doch seinen N.A.R.T. zu verkaufen. Doch der antwortete nur: “Steve, ich mag dich zwar, aber lieben tu ich dich nicht. Und du kannst mein Auto nicht haben!” So redet wohl nur ein echter Ferrarista.

1967 Ferrari 275 GTB/4*S N.A.R.T. Spider by Scaglietti in der Seitenansicht
Foto © Sothebys

1956 Ferrari 290 MM by Scaglietti

Speziell für einen der bekanntesten Ferrari-Fahrer aller Zeiten wurde der 290 MM gefertigt: Juan Manuel Fangio, der insgesamt fünf Formel-1-Titel errang. Der Sportwagen mit 3,5-Liter-V12-Motor, von dem nur vier Exemplare existieren, nahm an unzähligen Rennen teil. Fangio selbst zum Beispiel wurde damit Vierter bei der Mille Miglia. 1957 gewannen Eugenio Castellotti, Luigi Musso und Masten Gregory damit die Buenos Aires 1000 Kilometer. Bis 1964 fuhr der 290 MM weiter Rennen - wurde dabei aber, ungewöhnlich für diese Zeit, nie zerstört. Danach wanderte der Ferrari für 34 Jahre in die berühmte Mas du Clos Sammlung von Pierre Bardinon in Frankreich, bevor ein privater europäischer Sammler das Auto kaufte und 2015 bei RM Sotheby’s versteigern ließ. Auktionspreis: 28,1 Millionen Dollar.

1956 Ferrari 290 MM by Scaglietti auf der Rennstrecke
Foto © Sothebys

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1954 Mercedes-Benz W196R

Es ist schon bezeichnend, dass ausgerechnet ein Mercedes die Armada der Ferrari in dieser Top Ten durchbricht. Denn am gleichen Tag wie das Wunder von Bern, dem 4. Juli 1954, bei dem die deutsche Nationalmannschaft überraschend gegen Ungarn den Fußballweltmeistertitel errang, beendete Mercedes mit einem Doppelsieg in Reims-Gueux die Renn-Dominanz von Ferrari und Maserati. Am Steuer: ausgerechnet Juan Manuel Fangio und sein Teamkollege Karl Kling. Mit dem W196R sollte der Argentinier kurz darauf auch seinen zweiten Weltmeistertitel gewinnen. Im folgenden Jahr dominierte der Mercedes wieder den Rennzirkus und gewann einen zweiten Gesamttitel - allerdings ohne Fangio, der ab 1956 für Ferrari fuhr. Seinen W196R lobte er allerdings weiter in den höchsten Tönen: “Nach meiner Einschätzung gehen 75 Prozent meiner Siege auf das Konto des Autos und des Teams. Die restlichen 25 Prozent? Der Fahrer und Glück.” Heute gibt es nur noch zehn Exemplare des legendären Rennwagens, der bis zu 290 PS leistet. Neun davon stehen in Museen. Der zehnte wurde 2013 bei Bonhams für 29,7 Millionen Dollar versteigert.

1954 Mercedes-Benz W196R in der Seitenansicht
Foto © Bonhams

1957 Ferrari 335 Sport Scaglietti

Einen höheren Preis erzielten bisher nur zwei weitere Ferrari. Der 335 Sport Scaglietti war das erste Auto, das bei den 24 Stunden von Le Mans 1957 einen Geschwindigkeitsdurchschnitt jenseits der 200 Stundenkilometer erreichte. 203,015 km/h um genau zu sein. Nach weiteren erfolgreichen Rennen wurde der 335 Sport und sein 4,1-Liter-Motor am 7. Dezember 1958 zum letzten Mal bei der Bahamas Speed Week in Nassau eingesetzt. 1960 kaufte ein Architekt aus Pennsylvania den Sportwagen, bevor er 1970 in die berühmte Ferrari-Sammlung von Pierre Bardinon überging, der sich in der französischen Gemeinde Aubusson sogar eine eigene Rennstrecke bauen ließ. Abgesehen von privaten Ausfahrten dort, wurde der Ferrari 335 Sport Scaglietti in den Jahrzehnten danach nicht mehr bewegt. 2016 versteigerte Artcurial den Sportwagen für 32,1 Millionen Dollar an seinen neuen Besitzer.

1957 Ferrari 335 Sport Scaglietti in der Seitenansicht
Foto © Bonhams

1962 Ferrari GTO

“Mit all seinen Qualitäten kommt der GTO dem perfekten Auto sehr nah”, erklärte einst Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason. Und viele teilen seine Meinung. Der 250 GTO gilt als eines der schönsten Autos aller Zeiten. Oder um es mit den Worten von Mason zu sagen: “Vom Cockpit aus ist der Blick über die Rundungen der Motorhaube ein ästhetischer Genuss. Wenn je ein Auto absolut perfekt aussah, dann ist es der Ferrari GTO.” Er konnte seinen Traumwagen mit Dreiliter-Motor und 300 PS allerdings 1978 noch für 35.000 Pfund erstehen. Heute ist dieser Preis undenkbar. 2014 wurde ein GTO für 38,1 Millionen Dollar bei Bonhams versteigert, ein absoluter Rekord, der den Ferrari, der drei Mal hintereinander die FIA-GT-Rennserie gewann, zum teuersten Auto aller Zeiten macht. Dieser Rekord wurde allerdings jetzt gebrochen. Der ehemalige Microsoft Chef-Software-Entwickler Greg Whitten verkaufte am 25. August auf dem Pebble Beach Concours d’Elegance seinen GTO. Ein Erlös von 48,4 Millionen Dollar stand am Ende der Sotheby's-Versteigerung zu Buche. Im Juni dieses Jahres trennte sich bereits ein deutscher Sammler von seinem Ferrari 250 GTO privat an David MacNeil, den Chef von WeatherTech. Der vermutete Preis: mindestens 70 Millionen Dollar.

Ferrari 250 GTO in der Seitenansicht
Foto © Aekkm https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

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