Blauer Audi R8 auf Wüstenstraße linke Seite Foto: Audi AG
Artikel Erstellt Aktualisiert

Versicherung, Inspektion, Wertverlust, Reifen & Co.

Das kosten Sportwagen wie der Audi R8 wirklich im Unterhalt

Neben dem Kaufpreis eines Sportwagens fallen viele andere Kosten an, mit denen man vielleicht gar nicht gerechnet hat

Allen, die schnelle Autos lieben, schießen die gleichen Gedanken durch den Kopf, wenn einmal dieser seltene Moment kommt, in denen ein Ferrari oder ein Lamborghini auf der Autobahn vorbei jagt: “Wenn ich nur 200.000 € hätte …” Kurz darauf setzt die Vernunft ein. Und der Satz wird ergänzt: “... könnte ich mir dieses Auto immer noch nicht leisten.” Denn natürlich muss ein solcher Exot auch im Unterhalt viel teurer sein. So zumindest das Vorurteil. Aber ist das wirklich so? Wie viel kostet es wirklich einen Porsche, einen Aston Martin oder einen Maserati zu besitzen?

Ferrari LaFerrari
Foto: Ferrari

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Sportwagen-Versicherung wie für den Audi R8 als Vollkasko schwer zu finden

Die Antwort darauf ist: Das herauszufinden ist gar nicht so einfach. Nehmen wir zum Beispiel ein Lamborghini Huracan 610-4 Coupé. Etwa 200.000 € kostet der 5,2-Liter-V10. Der erste Schritt ist noch der unkomplizierteste - die Ermittlung der Kfz-Steuer. Dabei hilft die Suchmaske des Bundeskraftfahrtamtes. Sie ermittelt anhand des Hubraums (5.200 ccm) und des CO2-Ausstoßes (290 g/km) die Kfz-Steuer. Im Falle des Huracans sind das genau 494 €. Schwieriger wird es, wenn Sie den Lamborghini versichern wollen. Hier verweigern sich die normalen Anbieter. Die Allianz bietet in ihrer Suchmaske keine Lamborghinis an. Die Auswahl beim Vergleichsportal Check24 führt zwar den italienischen Sportwagenhersteller - allerdings nur den Gallardo, der nicht mehr hergestellt wird. Wer einen solchen Auto-Exoten mit einer Sportwagen-Versicherung absichern will, muss zu einem Spezialanbieter wie Helvetia oder Assekurati. Die erstellen ihre Angebote allerdings individuell - sich einfach so vorab informieren geht bei ihnen nicht.

Lamborghini Huracan Seitenansicht
Foto: Lamborghini

Lamborghini Huracan: Versicherung nur bei Sportwagen-Spezialanbieter

Glücklicherweise gibt es einige Besitzer eines Lamborghini Huracan, die offen über die Kosten sprechen, die für den Betrieb eines solchen Autos anfallen. Der YouTuber Nico Pliquett hat seinen Huracan über Helvetia versichert. Die Kosten: genau 4.294,88 €, bei Vollkasko und einer Selbstbeteiligung von 2.500 €. Natürlich schwankt dieser Wert nach Wohnort, Schadensfreiheitsklasse und diversen anderen Faktoren - aber zumindest lässt sich so eine ungefähre Tendenz ablesen. Pliquett zählt auch noch haargenau auf, welche weiteren Kosten für den Huracan entstehen. Schnell wird klar: Wie erwartet, sind bei einem Supersportwagen die Kosten ebenfalls “super” - auch wenn der YouTuber immer wieder versichert, so teuer sei das doch gar nicht.

Seitenansicht des Lamborghini Huracan
Foto: Lamborghini

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Audi R8 und Lamborghini Huracan: Kosten für den Unterhalt

Der Sprit allein kostete ihn für 15.000 Kilometer im Jahr etwa 4.400 € an Unterhalt. Das liegt natürlich daran, dass der Lamborghini mit seinen bis zu 640 PS nicht gerade sparsam ist. Zwölf bis 14 Liter sind es laut Hersteller, beim vergleichbaren Audi R8 sind es etwa 12,5 Liter, jeweils eine sparsame Fahrweise vorausgesetzt. Wer auf solche Dinge wert legt, kauft sich aber mit Sicherheit keinen Lamborghini oder anderen Sportwagen. Deswegen dürfte der Realverbrauch und damit der Unterhalt der Sportwagen um einige Liter höher liegen. Bei Pliquett waren es 16,9 Liter im Schnitt. Die teuren Performance-Treibstoffe der Tankstellen selbstverständlich. Hinzu kommen die Kosten für die Inspektionen bei Lamborghini. Der Huracan muss wie alle Modelle des Herstellers jedes Jahr zur Inspektion. Kosten: 1.800 € für den kleinen Check, 3.600 € für den großen. Vorausgesetzt, es muss nichts repariert werden. Das Mittel: 3.060 € pro Jahr.

Heck des Lamborghini Huracan
Foto: Lamborghini

Ferrari F355 Ersatzteile für den Sportwagen

Richtig teuer wird es, wenn Teile ausgetauscht werden müssen. Legendär ist beim Thema Ersatzteile zum Beispiel der Ferrari F355. Eigentlich eher ein “Einsteigermodell” aus Maranello. Der Haken: Alle zwei bis drei Jahre muss der Keilriemen gewechselt werden. Um an ihn zu gelangen, bauen die Mechaniker jedes Mal den ganzen Motor aus. Kosten pro Eingriff: 4.000 €. Auch beim Lamborghini Huracan vergießt das Portemonnaie einige bittere Tränen. Ein Satz Reifen für den Lamborghini (Pirelli P Zero) kostet zum Beispiel knapp 1.600 €. Winterreifen, sofern man denn sein Glück mit dem Sportwagen bei Eis und Schnee versuchen möchte, sind etwas billiger. Die Michelin Pilot Sport 4S, vorne 245er, hinten 305er, schlagen mit 252,90 € pro Reifen zu Buche.

Ferrari F355 Front und Seite
Foto: Chris J. Moffett, CC BY-SA 2.0

1.150,80 € im Monat für einen Lamborghini Huracan

Im Vergleich zu einem neuen Satz Bremsen ist das aber noch vergleichsweise billig. Eine einzelne Bremsscheibe kostet bereits über 5.000 €. Werden alle ausgetauscht, inklusive der Bremsbeläge, ist schnell ein Betrag von mindestens 22.000 € erreicht. Inklusive Steuer, Versicherung, Benzin und Inspektionen kommt Nico Pliquett so auf einen Betrag von 1.150,80 Euro im Monat. Ein Betrag, der zwar höher ist als beispielsweise die Unterhaltskosten für einen aktuellen VW Golf (558 Euro laut ADAC), aber nicht so hoch wie erwartet. Allerdings bezieht der ADAC in seiner Ermittlung den Wertverfall des Autos mit ein. Dass die Werte Pliquetts der Wahrheit ziemlich nah kommen, belegt eine Rechnung des Magazins “Auto Motor und Sport”. Sie ermittelten für einen Audi R8 4.2 FSI Jahresunterhaltskosten von knapp 10.000 €. Kommt der Wertverlust hinzu, vervielfacht sich das auf 25.000 € p. a. Allerdings gibt es auch wieder Sondermodelle, die dann innerhalb kürzester Zeit enorm an Wert zulegen können. Beispiele sind der Porsche 911 R oder Ferrari 488 pista. Die sind schon bei Erscheinen ausverkauft und dann im Nachhinein nur noch mit Preisaufschlag zu bekommen. Das ist aber immer auch ein wenig Glücksspielbehaftet.

Front des Audi R8
Foto: Audi

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Die Bugatti Veyron-Reifen sind exorbitant teuer im Unterhalt

Das alles ist aber nichts im Vergleich zum ehemals teuersten Neuwagen der Welt. Vor einigen Jahren tauchte ein Dokument der US-Umweltbehörde EPA für den Bugatti Veyron auf. Die verlangt für die Zulassung aller Autos eine Liste mit Ersatzteilpreisen und Werkstattkosten. Im Falle des Bugatti ein Schockmoment. Gegen den Veyron wirken alle anderen Supercars wie klapprige Kisten vom Gebrauchtwagenhändler. Schon ein Tubolader schlägt mit 12.100 € zu Buche. Ein Auspufftopf: 10.000 €. Der Benzintank: 37.200 €. Am schmerzhaftesten ist ein Satz Reifen für den Bugatti Veyron. Er kostet 150.000 € - mit einer Wartezeit von einem Jahr. Was insofern doppelt deprimierend ist, weil die britische TV-Show “Top Gear” bewies, dass die Pneus des Veyron bei der Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h gerade einmal 15 Minuten halten. Einen Lichtblick gibt es aber: Die Nockenwellensensoren stammen aus dem Golf IV - und kosten deswegen nur neun Dollar. Und der Wertzuwachs bei diesem Sportwagen sorgt dafür, dass die Unterhaltskosten nicht mehr ganz so sehr wehtun.

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Foto Christian Finke

Christian Finke
CEO AIL Leasing & Finance

„Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner zum Thema »Sportwagen«. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.“