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Gelb-weißer VW T2 fährt über Brücke Foto: Volkswagen
Artikel Erstellt Aktualisiert

Bei diesen Autos stimmen Fahrspaß und Wertentwicklung

Oldtimer als Wertanlage: So macht die Geldanlage Sinn

Eine Investition, die auch noch Spaß macht: klassische Automobile. Diese Oldtimer lohnen sich als Wertanlage

Zinsen auf der Bank? Gibt es schon lange nicht mehr. Aktien? Nicht ohne Risiko. Und wenn wir ehrlich sind: langweilig. Was bleibt also noch, um sein Geld anzulegen? Oldtimer! Zumindest fällt dieser Begriff in den letzten Jahren immer, wenn es darum geht, eine sichere Gewinnsteigerung zu erzielen. Die Argumente, die dafür fallen, sind: Bei entsprechender Wartung ist ein Preisverfall unwahrscheinlich. Und die Autos steigen ganz natürlich im Wert - weil die vorhandenen Exemplare von Jahr zu Jahr weniger werden. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Ein Oldtimer ist nur im Originalzustand eine Wertanlage

Zunächst einmal: Beim Kauf eines jahrzehntealten Oldtimers als Wertanlage gibt es diverse Unwägbarkeiten: Frühere Unfälle, die schwer zu erkennen sind, manipulierte Laufleistungen oder gerade im höherpreisigen Segment sogar Fälschungen - um nur einige zu nennen. Wer hier kein Experte ist, braucht dringend einen an seiner Seite. Denn nur im möglichst genau dokumentierten Originalzustand oder von einem Fachmann restauriert, ist die Wertanlage Oldtimer eine vermeintlich sichere Sache. Wenn die anfallenden Kosten durch den Wertzuwachs ausgeglichen werden können.

Der Wertzuwachs muss die anfallenden laufenden Kosten übersteigen

Zu diesen gehören zum Beispiel Reparatur- und Wartungskosten. Wird ein Auto nicht bewegt, entstehen Standschäden. Wird es gefahren, kommt es zu Verschleiß. Eine Studie der Beratungsfirma BBE Automotive ergab, dass die Besitzer von Oldtimern im Schnitt 5.555 € im Jahr für ihr Auto ausgeben. Bei einem Neuwagen sind es nur 652 €. Und zuletzt: All die Wertgutachten nützen einem Verkäufer nichts, wenn er niemanden findet, der bereit ist, den erhofften Preis zu zahlen. Das hängt von Faktoren ab, die nur schwer vorherzusagen sind. Bestimmte Modelle können für ein paar Jahre sehr beliebt sein und dann wieder aus dem Fokus geraten.

Kauf nur mit Leidenschaft für Autos

Es macht also nur Sinn, sich einen Oldtimer als Wertanlage zuzulegen, wenn eine gewisse Leidenschaft für die Autos vorhanden ist und im besten Fall Talent, auch einmal selbst zum Schraubschlüssel zu greifen. Ein historisches Fahrzeug ist nichts, was einfach nur in einer Garage weggeschlossen werden sollte. Es gehört auf die Straße, um nicht nur seinem Besitzer Freude zu bereiten, sondern auch allen anderen Menschen, an denen es vorbeifährt. Doch welche Oldtimer bieten denn nun eine möglichst sichere Wertsteigerung? Hier einige Vorschläge die zumindest eine halbwegs sichere Geldanlage sind.

Seitenansicht des Ferrari 250 GTO
Foto: RM Sothebys

Ferrari 250 GTO

Okay, zugegeben: Wer in Betracht ziehen kann, sich einen Ferrari 250 GTO als Oldtimer-Wertanlage zuzulegen, muss sich um seine finanzielle Situation offensichtlich keine Sorgen machen. Der Sportwagen gilt nicht nur als der vielleicht schönste rote Renner, der jemals Maranello verlassen hat, er ist auch seit Jahren das teuerste Auto der Welt. 2014 ersteigerte ein Unbekannter einen 250 GTO für 38,1 Millionen US-Dollar. Vier Jahre später reichte das gerade einmal für das Einstiegsgebot. Auf dem Concours d’Elegance Ende August verkaufte Microsoft-Chefentwickler Gregory Whitten Nummer drei der 36 zwischen 1962 und 1964 gebauten Exemplare. Die erzielte Summe: 48,8 Millionen Dollar. Damit ist ein Ferrari 250 GTO erneut der teuerste Oldtimer der Welt.

Cabrio-Version des Jaguar E-Type
Foto: Jaguar

Sportwagen der 60er Jahre als Wertanlage

Generell ist zu sagen: Sportwagen gehen immer als Wertanlage. Gerade die Modelle der Sechzigerjahre sind beliebt und heute Klassiker: Lamborghini Miura, Jaguar E-Type und Porsche 911 erzielen konstante Preise mit stetiger Wertsteigerung. Die Preise sind entsprechend hoch. Ein E-Type, Baujahr 1964 mit Vierliter-Motor, kostet in gepflegtem Zustand laut dem Oldtimer-Experten Classic Analytics zwischen 90.000 und 120.000 €. Erste Exemplare gibt es aber bereits ab 24.000 €. In ähnlichen Regionen bewegt sich der Porsche 911 der ersten Baureihe, die es zwischen 1963 und 1973 gab. Hier gilt: je älter das Fahrzeug, umso höher der Preis. Ein 911 E von 1969 mit 140 PS kostet zum Beispiel mindestens 83.000 €. Selbst im mäßigen Zustand wird es nur unwesentlich billiger: 40.000 € kostet selbst ein geschundener Porsche aus diesem Baujahr. Für die meisten unerschwinglich dürfte ein Lamborghini Miura bleiben. Selbst einen P400SV der letzten Baujahre in den Siebzigern beziffert Classic Analytics mit mindestens 1,5 Millionen €.

Der BMW 3er E21 im Schnee
Foto: BMW

BMWs aus den 70ern

Es muss aber nicht immer das oberste Segment sein. Ein wichtiges Motiv, sich einen Oldtimer zu kaufen, sind Erinnerungen an die eigene Kindheit und die Autos, die man früher schon gerne mochte. Speziell die Generation von Fahrzeugen, für die ursprünglich der Begriff “Youngtimer” eingeführt wurde, sind heute gefragt. Also Autos, die zu Beginn des Oldtimerbooms noch nicht bereit waren für das H-Kennzeichen und die damit verbundenen steuerlichen Vergünstigungen, aber gute Chancen hatten, danach zum Klassiker aufzusteigen. Besonders hervorzuheben sind hier die Modelle von BMW. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA), der jedes Jahr einen Oldtimer-Index erhebt, verzeichnete die erste 3er-Generation (E21) mit Sechszylindermotor 2017 die größte Wertsteigerung im Vergleich zum Vorjahr. In gutem Zustand kosten die Fahrzeuge von 1975 zwischen 12.000 und 16.000 €. Direkt danach in der Rangliste des VDA folgt ein weiterer BMW: der 635 CSi (E24), der 1978 auf den Markt kam. Gepflegte Coupés kosten mindestens 15.000 €, Fahrzeuge in niedrigeren Zustandsstufen sind deutlich billiger.

Chevrolet Camaro Transformer Edition
Foto: Chevrolet

Amerikanische Pony Cars

Wem die BMWs der Siebzigerjahre zu subtil sind, greift zu den Pony Cars aus dem gleichen Jahrzehnt. Gemeint sind damit Mittelklasse-Coupés mit großvolumigen Motoren, die alle amerikanischen Hersteller nach dem Erfolg des Ford Mustangs anboten. Spitzenmodelle leisteten bis zu 400 PS. Ein besonderer Tipp ist hierbei der Chevrolet Camaro der zweiten Generation, der zwischen 1970 und 1981 hergestellt wurde. Laut VDA steigerte er seinen Wert in den letzten zehn Jahren um 180 Prozent. Angst vor Benzinrechnungen sollte man allerdings nicht haben: Die stärkste Variante des Camaro besitzt einen 7,4-Liter-V8 (!). Die Preise für die jüngeren Modelle in gutem Zustand beginnen laut Classic Analytics bei 9.000 €, für ältere Versionen des Coupés mit mehr PS wird eher der doppelte Betrag fällig.

VW Bulli auf der Landstraße
Foto: VW

Der VW "Bulli" Bus ist eine unerwartet gute Wertanlage

In puncto Wertsteigerung ist ein besonderer Sympathieträger ganz vorne mit dabei: der VW "Bulli" Bus der zweiten Generation. Kaum ein anderes Auto hat in den letzten 20 Jahren so sehr an Wert gewonnen wie der T2 (1967 bis 1972). Das ist kein Wunder: Noch heute ist der Transporter, den es in allen möglichen Versionen gab, vom Kastenwagen bis zum Campingmobil, einfach Everybody's Darling. Hippies fuhren ihn, ebenso Abenteurer, Surfer, Handwerker und Familien. Die gute Nachricht: 2,5 Millionen Exemplare wurden insgesamt hergestellt, viele davon gibt es in Gebrauchtwagenbörsen bereits für 3.000 Euro. In gutem Zustand kostet ein gesuchtes T2-Modell aber auch gerne das Zwanzigfache.

Roter Mercedes 300 SL Roadster mit offenem Verdeck auf Kopfsteinpflaster stehend, von oben
Foto: Daimler AG

Mercedes 300 SL und Roadster

Einen weiteren absoluten Spitzenplatz nimmt seit vielen Jahren der Mercedes 300 SL ein. Er gilt zurecht als eines der schönsten Autos der Automobilgeschichte und ist natürlich auch wegen seiner Flügeltüren legendär. Die offene Version, der 300 SL Roadster, verkörpert vielleicht noch mehr den Anspruch des Fahrzeugs, Sportlichkeit und Luxus auf allerhöchstem Niveau abzuliefern, als das Coupé, dessen Gene unverkennbar im Rennsport beim Typ W 194 liegen. Diese Gene flossen auch in das Serienfahrzeug ein und sorgten für Fahrleistungen, die für die Sportwagen jener Zeit nicht gerade typisch waren, sondern ihn zu einem der schnellsten seiner Zeit machten. Die Tachonadel kam zum Beispiel erst jenseits der 250 km/h zum Stehen. Die 215 PS des 6-Zylindermotors klingen auch heute noch sportlich. Nur der Geruch der Abgase des Klassikers ist heute ungewohnt stechend. Alles Zutaten, die den Wagen auch als Oldtimer heiß begehrt machen. So liegen die bei Auktionen erzielten Preise konstant bei über 1,2 Millionen €. Und mit einer Wertsteigerungsrate p. a. von zuletzt elf Prozent für das Coupé und 13 Prozent für den Roadster kann man wohl auch hinsichtlich Investment von einer sicheren Bank sprechen.

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Foto Christian Finke

Christian Finke
CEO AIL Leasing & Finance

„Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner zum Thema »Luxusfahrzeuge und Klassiker«. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.“