Rolls Royce fährt bei Oldtimer-Rallye vor VW Käfer Serpentine hinab Foto: Rolls Royce
Artikel Erstellt Aktualisiert

So kommen Sie mit Spaß und erfolgreich ins Ziel

Besser Oldtimer-Rallye fahren: 5 Tipps für Einsteiger und Profis

Sie wollen im Sommer erstmals das Flair einer Oldtimer-Rallye selbst erfahren? Bald laufen die ersten Anmeldefristen ab

Wenn man einen Weg nicht befährt, um anzukommen, sondern um einfach darauf unterwegs zu sein – dann kann man das Leben wirklich nur genießen. Für Fans von Youngtimern und Oldtimern dürfte dies eine Binsenweisheit darstellen. Denn man wird sich kaum ein im Vergleich mit modernen Autos so pflegeintensives Fahrzeug anschaffen, ohne es dann gebührend auszufahren. Eine der gebührendsten Ausfahrten für den automobilen Klassiker ist eine Oldtimer-Rallye. Doch wie nimmt man eigentlich an einer Oldtimer-Rallye teil? Wir haben fünf Tipps für Sie zusammengestellt – von der Wahl der passenden Veranstaltung bis zur richtigen Einstellung.

Porsche 356 fährt bei Silvretta Classic Rallye

Oldtimer-Rallye fahren: Die Wahl der passenden Veranstaltung

Aus den Dutzenden von Oldtimer-Rallyes, die jedes Jahr in Deutschland und bei unseren Nachbarn stattfinden, hat jede Veranstaltung eine ganz eigene Charakteristik. Mal stehen Alpenpässe mit toller Aussicht, mal romantische Alleen, mal entlegene Landstraßen, mal pittoreske Dörfer und ein andermal einfach die Bilderbuch-Landschaft im Vordergrund. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm hiervon persönlich am meisten zusagt. Es gilt aber auch darauf zu achten, ob die Ausfahrt eher ambitioniert ist, eher touristischer angehaucht oder gänzlich anders, wie zum Beispiel die „Creme-21-Rallye“. Hier sollten Sie sich am besten vorab direkt beim Veranstalter erkundigen, womit Sie jeweils rechnen dürfen. Wenn es Sie nicht so sehr in die Ferne zieht, sondern Sie eher in der Heimat fahren möchten, empfiehlt es sich, sich an regionale Oldtimer-Clubs zu wenden, die die fahrenswertesten Strecken in Ihrer Nähe kennen. Oft bieten sie zudem Tages-Oldtimer-Rallyes an, zu denen man sich auch spontan für oft weniger als 100 € anmelden kann.

Jaguar E-Type von schräg links vorne, fahrend
Foto: Jaguar

Tipps zur Anreise zur Oldtimer-Rallye

Vor allem wenn Sie Ihr Auto nicht auf dem Anhänger, sondern auf der eigenen Achse zur Oldtimer-Rallye bringen, sollten Sie sich noch einmal daran erinnern, wie es früher zum Beispiel ohne Klimaanlage oder mit wenig Dämmmaterial auf langen Strecken im Auto zuging. Das kann bei allem Enthusiasmus dann manchmal doch zu einer Nervenprobe werden. Auch die bisweilen etwas mangelhafte Zuverlässigkeit der alten Schätze hat bei der Anreise zur Oldtimer-Rallye so manchem schon einen unfreiwilligen Zwischenstopp auf dem Pannenstreifen beschert. Planen Sie also lieber mehr Zeit für die Fahrt zur und zurück von der Oldtimer-Rallye ein, damit Sie sie ohne Druck und Stress genießen können und nicht mit einem Auge auf die Uhr schielen müssen.

Historischer MINI Cooper fährt bei Oldtimer-Rallye

Darf ich mit meinem Auto an der Oldtimer-Rallye teilnehmen?

Generell gilt hier, dass das letzte Wort über die Teilnahmeberechtigung immer beim Veranstalter der jeweiligen Oldtimer-Rallye liegt. Vorab kann man sich schon in der Ausschreibung der Oldtimer-Rallye informieren, am einfachsten auf der Homepage des Veranstalters. Grob gesagt gibt es drei Klassen: Die Schnauferl-Rallye, bei der das Hauptaugenmerk auf Vorkriegsfahrzeugen besteht; Youngtimer-Rallyes, bei denen die Autos ca. zwischen 1975 und 1999 gebaut worden sind; und Oldtimer-Rallyes, deren Einordnung oft einfach irgendwo dazwischen liegt. Altersmäßig gibt es nach oben meistens keine Beschränkungen durch die Veranstalter. Wegen der meist begrenzten Teilnehmerzahl haben Nennungen umso bessere Chancen, je früher sie eingehen und je seltener das gemeldete Auto ist.

Weißer Lancia Delta HF Integrale von links schräg vorne auf herbstlicher Straße stehend

Die richtige Vorbereitung auf eine Oldtimer-Rallye

In technisch einwandfreiem Zustand sollte der Tageskilometerzähler sein. Mit ihm kontrollieren Sie unterwegs Ihre Navigation mit dem Roadbook. Für größere Ambitionen kann man im Auto auch einen Wegstreckenzähler („Tripmaster“) installieren. Zwei Stoppuhren sind Pflicht für die Zeitnahme der Wertungsprüfungen. Wer am Anfang seiner Oldtimer-Rallye-Karriere noch nicht ganz fit im Umgang mit den Instrumenten ist, braucht sich nicht grämen, sondern übt einfach, bis es klappt. Etwas beschleunigen lässt sich die Lernkurve mit einem Rallye-Training, das man über verschiedene Anbieter absolvieren kann. Bei manchen Rallyes wird vor dem Start auch eine Kurzschulung angeboten. Und die „alten Hasen“ im Feld geben eigentlich immer gerne Tipps an die Rookies weiter. Man ist schließlich eine Community, die gemeinsam Spaß haben und etwas erleben will. Ansonsten sollte der Wagen vorher nochmal gründlich durchgecheckt werden (oder worden sein), um technisch auf der sicheren Seite zu sein. Man sollte nicht unterschätzen, dass die oft hunderte Kilometer langen für ansonsten nicht so oft bewegte Autos doch eine Herausforderung darstellen können.

Roter Porsche 911 fährt bei einer Oldtimer-Rallye

Oldtimer-Rallye: Die richtige Einstellung zählt

Oldtimer-Rallyes sind ein ganz eigenes Feld und man muss sich erst einmal in diese Welt einfinden. Zunächst einmal geht es eigentlich nicht um Geschwindigkeit, sondern um möglichst gleichmäßiges Fahren. Eine Mehrtages-Rallye ist dabei nichts für Leute, die nur eine geführte Ausfahrt machen wollen. Fahrer und Beifahrer müssen zudem gut im Team zusammenarbeiten. Der Beifahrer navigiert mittels des Roadbooks und der Fahrer darf sich auch nicht zu viel Zeit lassen, denn die Stempelkontrollpunkte prüfen die Zeiten. Nicht gerne gesehen ist es, wenn man unterwegs anhält, um einen Kaffee zu trinken und sich so vom Feld absetzt. Ein klein wenig sportlicher Ehrgeiz sollte schon mitfahren, wenngleich überambitionierte Verbissenheit auch nicht ganz der Sinn einer solchen Oldtimer-Rallye ist. Ein wenig lockerer kann man es in einer offenen Klasse angehen lassen, wo Hilfsmittel bis zur Rallye-App erlaubt sind. Als richtiges Rallye-Ass dürfen sich Teilnehmerinnen der Sanduhr-Klasse fühlen. Hier wird ausschließlich mithilfe mechanischer Hilfsmittel gefahren. Ganz old-school und analog – wie der fahrbare Untersatz.

Anzeige

Foto Rüdiger Leyens

Rüdiger Leyens
Geschäftsführer AIL Classic Leasing

„Wir sind Ihr kompetenter Berater bei der Suche und der Finanzierung Ihres Wunsch-Oldtimers. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.“