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Der Ferrari 275 P auf der Rennstrecke Foto © RM Sotheby's
Artikel Erstellt Aktualisiert

Dieser Rennwagen hat ein Geheimnis

Ferrari 275 P Auktion bei Sotheby's

Vor 54 Jahren gewann der Rennwagen die 24 h von Le Mans. Doch bei den Recherchen zum Verkauf stieß Ferrari auf mehr

Für Ferrari-Fans ist es eine Sensation: Nicht nur steht mit dem 275 P der letzte Gewinner der 24 Stunden von Le Mans aus Maranello bei RM Sotheby’s zum Verkauf, das Auto trägt auch noch ein Geheimnis. Bisher verbürgt war: Der Rennwagen mit der Chassisnummer #0816 gewann 1964 das traditionsreiche Rennen. Nach intensiven Recherchen stellte sich aber heraus: Das ist nicht alles. Der 275 P triumphierte auch im Vorjahr und ist somit der einzige Ferrari, der die 24 Stunden von Le Mans zwei Mal gewann.

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Der Ferrari 275 P ist zweimaliger Le-Mans-Sieger

Bisher gingen Experten davon aus, dass das Fahrzeug mit der Chassisnummer #0814 an den Start ging und den Titel holte. Doch das wurde einen Monat zuvor im Training zu den 1000 Kilometern auf dem Nürburgring so schwer beschädigt, dass der Ferrari ausfiel. Da der Rennwagen allerdings schon in Le Mans angemeldet war und den Italienern der Papierkram zu aufwendig erschien, „improvisierten“ sie, um es vorsichtig auszudrücken. Sie schleusten einen anderen 275 P mit den Papieren des Unfallwagens durch die Abnahme: das Exemplar, welches jetzt bei Sotheby’s versteigert wird. Weiteres Ergebnis der Recherche übrigens: Die 12 Stunden von Sebring gewann dieser Ferrari auch.

Seitenansicht des Ferrari 275 P
Foto © RM Sotheby's

1970 kaufte Pierre Bardinon den Ferrari

Nach seiner Rennkarriere landete der 275 P beim berühmtesten Ferrari-Sammler der Welt: Pierre Bardinon. Der liebte die roten Sportwagen, seit er als Kind zum ersten Mal das Donnern eines V12 bei den 24 Stunden von Le Mans am ganzen Leib erfuhr. Doch im Gegensatz zu den meisten, bot sich ihm die Gelegenheit, diese Leidenschaft auszuleben. Seine Familie wurde mit dem Handel von Leder und Pelzen reich, lebt in einem Schloss bei Mas du Clos in Frankreich.

Heck des Ferrari 275 P
Foto © Sotheby's

Bis zu 500 Autos in der Sammlung

Bereits in den 60er Jahren begann Bardinon Rennwagen zu sammeln. Die hatten zu dieser Zeit noch keinen großen Wert und das Interesse an ihnen war niedrig. So konnte er schnell eine eindrucksvolle Kollektion zusammenstellen, die er im eigenen Museum ausstellte. Bis zu 500 Autos sollen es gewesen sein, 300 davon Ferrari. Eine Sammlung, die sogar Firmen-Pate Enzo neidisch machte. Auf die Frage, ob er ein Ferrari-Museum plane, antwortete er einmal: „Das gibt es schon. Auf dem Anwesen von Pierre Bardinon.“ Ein reines Museum reichte dem Franzosen aber nicht. Gleich neben seinem Schloss errichtete er eine professionelle Rennstrecke und engagierte eine Crew von Mechanikern – damit die wertvollen Autos auch gefahren werden konnten.

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Für den Ferrari 275 P wird eine Rekordsumme erwartet

2012 verstarb allerdings Bardonin nach schwerer Krankheit, ein Jahr später seine Frau. Den Hinterbliebenen standen Millionen an Erbschaftssteuer bevor, weshalb sie gezwungen waren, die Sammlung nach und nach aufzulösen. Im Laufe der Jahre wurden immer wieder seltene Exemplare aus der Mas-du-Clos-Sammlung angeboten. Der 275 P mit 370 PS starkem Zwölfzylinder aus 3,3 Litern Hubraum war bisher nicht darunter – bis jetzt. Experten sind sich aber sicher, dass der Ferrari 275 P einen Rekordpreis erzielt. Zwischen 30 und 33 Millionen Euro liegen die Schätzungen. Berechtigt sind die hohen Summen definitiv – es geht schließlich um das womöglich wichtigste Auto in der Renngeschichte von Ferrari.

Seitenansicht und Motor des Ferrari 275 P
Foto © RM Sotheby's