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Alfa Romeo Foto: Zoltan Tasi
Artikel Erstellt Aktualisiert

Ratgeber fürs Dolce Vita auf Rädern

Mit dem Oldtimer nach Italien - so klappt der Urlaub mit dem Klassiker

Wer mit dem Oldtimer nach Italien will, sollte einige Dinge beachten. Wir geben Tipps, wie Sie sich richtig vorbereiten

Auto fahren, das heißt heute: Stauassistenten, eine freundliche Stimme, die einem den Weg weist, eine Klimaanlage, die eine kühle Brise in den Innenraum weht, Sitze, die den geplagten Rücken massieren. Das ist angenehm, das ist unheimlich praktisch, nur mit Auto fahren hat das wenig zu tun. Mehr wie ein Wellnessurlaub auf vier Reifen. Von der Straße oder dem, was sie umgibt, merken Sie kaum etwas. Oder den Geräuschen, die so ein Auto macht. Ganz anders ein Oldtimer. Hier erleben Sie noch echtes Fahrgefühl. Der Asphalt unter den Reifen ist förmlich zu spüren. Doch die treuen Automobile stehen vor allem in der Garage. Oder auf Treffen von Gleichgesinnten. Im Bestfall werden sie ein paar mal an schönen Sommertagen für ein paar Kilometer bewegt. Was schade ist, denn vor 30, 40 oder mehr Jahren wurden diese Autos für nur einen Zweck gebaut: um gefahren zu werden. Wir haben da eine verrückte Idee: Warum nicht genau das tun? Und mit dem Oldtimer nach Italien? Wir verraten Ihnen, was dazu alles nötig ist.

Im Oldtimer nach Italien: Eine ganz besondere Beanspruchung

Zuerst einmal die schlechte Nachricht: Lange Fahrten wie mit dem Oldtimer nach Italien beanspruchen das historische Blech mehr als die kurzen Touren, die das Fahrzeug gewohnt ist. Deswegen steht am Anfang ein gründlicher Check der Technik. Am einfachsten ist es natürlich, den KFZ-Mechaniker Ihres Vertrauens alles prüfen zu lassen. Erklären Sie ihm, dass Sie eine längere Reise vorhaben - entsprechend genau wird er vorgehen. Sollten Sie handwerklich begabt sein, gibt es einige Dinge, die Sie selbst checken können, bevor es mit dem Oldtimer nach Italien geht.

Oldtimer fahren
Foto: Jonas Zurcher

Zuerst die Flüssigkeiten im Auto checken

Prüfen Sie zunächst die Flüssigkeiten des Autos. Das Öl am Ölstab eines Benziners sollte braun sein, das bei einem Diesel schwarz. Ist zu wenig vorhanden, füllen Sie es nach Werksvorgaben nach. Der rot markierte Peilstab ist für das Getriebeöl, das rot schimmern sollte und zwischen den Markierungen stehen muss. Die Bremsflüssigkeit finden Sie meist in einem gelben Kunststoffbehälter im Motorraum. Sie ist im Normalfall bernsteinfarben. Hat sie sich schwarz verfärbt, ist es Zeit für einen Wechsel des Öls. Die Kühlflüssigkeit kommt bei einer langen Strecke wie mit dem Oldtimer nach Italien an ihre Grenzen. Lange Steigungen fordern den Motor ganz besonders. Aber Vorsicht: Öffnen Sie den Behälter nur bei kaltem Motor, sonst drohen Verbrennungen. Ist der Kühlwasserstand zu niedrig, füllen Sie etwas Flüssigkeit nach, in diesem Fall nur destilliertes Wasser und den Anteil an Frostschutz, den der Hersteller vorgibt. Ist der Stand des Behälters kurz darauf wieder niedrig und kommt weißer Rauch aus dem Auspuff, könnte die Zylinderkopfdichtung defekt sein.

Ist der Keilriemen zu locker, muss er nachgespannt werden

Ein Vorteil von vielen Oldtimern ist, dass Sie hier noch viele Dinge selbst checken können. Zum Beispiel den Keilriemen. Reißt er, wird die Stromversorgung unterbrochen und das Auto bleibt kurz darauf liegen. Im schlimmsten Fall mit einem Motorschaden. Zum Test ziehen Sie am Keilriemen. Er sollte nicht mehr als ein oder zwei Zentimeter nachgeben. Ist er zu lose, muss er über die Lichtmaschine nachgespannt werden. Wenn Sie sowieso schon im Motorraum zugange sind: Checken Sie gleich die Kühlschläuche. Drücken Sie bei kaltem Motor den Kunststoff zusammen. Sie sollten weich sein und nicht knistern. Ist das nicht der Fall: Ab in die Werkstatt!

Dach eines Oldtimers
Foto: Scott Fleming

Wenn Sie mit dem Oldtimer nach Italien wollen, checken Sie die Reifen 

Das Gleiche gilt für einen porösen Auspuff. Schäden sind hier leicht zu erkennen. Wenn die Halterungen bröckeln oder Rost und Löcher zu erkennen sind, sollten die Töpfe ersetzt oder zumindest geschweißt werden. Wichtig sind übrigens auch die Reifen. Die Höhe des Profils ist bei Oldtimern meist kein Problem, da sie kaum bewegt werden. Doch mit zunehmendem Alter härtet der Gummi aus und die Sicherheit lässt deutlich nach. Spätestens nach sechs bis acht Jahren braucht auch ein Oldtimer mit gutem Profil neue Pneus. Wie alt die Reifen sind, erkennen Sie an der DOT-Nummer auf dem Mantel. Die ersten zwei Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Jahr. Jetzt sollten Sie noch die Scheinwerfer, Blinker und Rückleuchten prüfen, wenn Sie mit dem Oldtimer nach Italien wollen. Das machen Sie am besten zu zweit. Ist eine der Lampen defekt, tauschen Sie die Glühbirne aus. Während bei modernen Autos dafür der halbe Motor ausgebaut werden muss, geht das bei einem betagten Modell nämlich vollkommen unkompliziert.

Immer Ersatzteile mitnehmen

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich übrigens, einige Ersatzteile mitzunehmen. Gerade für Oldtimer kann das bei einer Panne zum Problem werden. Nie schaden können eine Verteilerkappe, Kerzenstecker, Zündkerzen, Sicherungen, Glühlampen, Keilriemen sowie ein Gas- und Kupplungszug. Zur Grundausrüstung gehören auch: Zündkerzenschlüssel, ein Satz Schraubendreher, Zange, Hammer, Steck- und Schraubenschlüssel. Falls Sie mit dem Oldtimer nach Italien fahren, rentiert es sich auch immer, auf Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein. Ergänzen Sie Ihr Notfallpaket deswegen durch Draht, Kabelbinder und Sekundenkleber, um improvisieren zu können. Übrigens: Die Mitgliedschaft in einem Automobilclub lohnt sich als Besitzer eines Oldtimers. Die Clubs bieten je nach Paket beispielsweise sogar einen Ersatzteilservice an. Ist das gesuchte Teil vor Ort nicht vorhanden, wird es in den Urlaub geschickt.

VW Buli
Foto: Frank Albrecht

Mit dem Oldtimer nach Italien: Die Versicherung prüfen

Jetzt sind Sie fast startbereit, um mit Ihrem Oldtimer nach Italien zu fahren. Aber nicht so schnell. Es gibt noch einige Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten. Ihr Oldtimer sollte auf jeden Fall ein H-Kennzeichen besitzen, die sind überall in der EU anerkannt. 07er-Plaketten hingegen nur für Fahrten auf Treffen mit Gleichgesinnten, zu Werkstätten und um das Auto einzustellen. Ebenso wichtig ist es, die eigene Versicherung zu überprüfen. Viele der speziellen Oldtimer-Policen schreiben maximale Jahreskilometer vor, meist um die 5.000 Kilometer. Ein längerer Trip kann diese Beschränkung leicht sprengen. Woran Sie auch denken sollten: Nehmen Sie Bleiersatz zum Tanken mit. Den benötigen viele ältere Autos, er wird allerdings nicht überall verkauft. Deswegen sollte immer ein Vorrat dabei sein.

Oldtimer sind auch bei Dieben beliebt, deshalb gegen Diebstahl schützen

Wenn Sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Nummer sicher gehen wollen, wenn Sie mit dem Oldtimer nach Italien fahren, sollten Sie über einen Diebstahlschutz nachdenken. Gerade alte Autos sind relativ leichte Beute, da hier noch all die Tricks funktionieren, um ein Fahrzeug zu öffnen, die wir aus Filmen und dem Fernsehen kennen. Eine Lenkradkralle zum Beispiel ist kein Allheilmittel, sorgt aber dafür, dass Sie dem Dieb das Leben schwerer machen. Ebenfalls nachträglich installieren lassen sich versteckte Schalter, die die Benzinzufuhr oder die Elektrik lahmlegen. Eine letzte Möglichkeit ist es, einen GPS-Tracker anzubringen, so dass Sie Ihr Auto wiederfinden, wenn es bereits zu spät ist.

Muscle Car
Foto: Markus Spiske

Jetzt können Sie endlich beginnen, Ihre Tour mit dem Oldtimer nach Italien zu planen. Nur wohin? Hier können professionelle Anbieter Abhilfe schaffen. Sie bieten ganze Touren mit Übernachtungen - einige von ihnen liefern sogar den Auto-Klassiker dazu. Unsere Empfehlungen finden Sie hier:

Mit dem Oldtimer nach Italien: Die Reise beginnt

Oder Sie fahren natürlich einfach los. Setzen sich hinter das Steuer Ihres Oldtimers und widmen sich dem, wozu er konstruiert wurde: Auto fahren. So wie es nur ein Klassiker bieten kann - pur, direkt, ohne Kompromisse. Sie werden gar nicht glauben, wie sehr Sie das vermisst haben.

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Foto Rüdiger Leyens

Rüdiger Leyens
Geschäftsführer AIL Classic Leasing

„Wir sind Ihr kompetenter Berater bei der Suche und der Finanzierung Ihres Wunsch-Oldtimers. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.“