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AC Shelby Cobra Seitenansicht Foto: RM Auctions
Artikel Erstellt Aktualisiert

Auf der Rétromobile werden Autoträume wahr

RM Sothebys-Auktion mit Bugatti Veyron, BMW Alpina B7 & Co.

Auf der französischen Messe gibt es kostbare Oldtimer und erschwingliche Youngtimer. Die Highlights von RM Sothebys.

Für die Liebhaber klassischer Automobile ist Rétromobile in Paris ein echter Wallfahrtsort. Hunderte Aussteller zeigen hier seit 40 Jahren alles vom seltenen Sportwagen bis zum Youngtimer für die kleine Geldbörse. Besonderes Highlight auf dem Place Vaubaun im Süden der französischen Hauptstadt sind die zahlreichen Veranstaltungen der großen Auktionshäuser. Mit dabei ist 2019 auch wieder das Auktionshaus RM Sothebys. Wir zeigen Ihnen die Highlights der Briten, die am 6. Februar unter den Hammer kommen.

Shelby 427 Cobra (1966)

Jeder sollte einmal eine Cobra fahren. Wirklich jeder. Denn das ist es, was Autofahren ausmacht. Ein Motor, vier Räder und nicht viel mehr. Das war schon immer das Credo des vom ehemaligen Rennfahrers Caroll Shelby entwickelten Sportwagens. Er entwickelte den “Ace” vom britischen Hersteller AC einfach weiter, indem er einen gewaltigen Achtzylinder von Ford einsetzte. In den Spitzenvarianten mit bis zu sieben Liter Hubraum. Unzählige Kopien und Replikas folgten.

AC Shelby Cobra Front
Foto: RM Sothebys
Das von RM Sothebys angebotene Modell hingegen ist ein Original und verließ zum ersten Mal 1966 die Hallen von Caroll Shelby. Nach einigen Jahren in Kalifornien landete es 1973 in Großbritannien. Dort kaufte es ein gewisser John Broad, der das Fahrzeug aber schon bald wieder abstieß. Er brauchte Geld für ein seltenes Porzellan-Set. Definitiv die falsche Entscheidung, aber Broad tröstete sich mit seiner zweiten Cobra in der Garage. Die 427, die RM Sothebys in Paris verkauft, landete einige Jahre danach in einem britischen Museum und blieb dort fast 20 Jahre - bis 1999. Nach einigen Jahren auf der Straße kam einer seiner Besitzer auf die frevelhafte Idee den V8 des 428 gegen den eines 427 zu ersetzen. Potenzielle Käufer müssen aber keine Angst haben: Den originalen Motor gibt es beim Kauf dazu.

Lister-Jaguar Costin (1959)

Die Karriere Brian Listers als Konstrukteur von Rennwagen war relativ kurz. Ab 1954 begann der ehemalige britische Rennfahrer mit dem Bau von Sportwagen. Zunächst mit Motoren von MG und Bristol, ab 1957 mit Aggregaten von Jaguar. Obwohl seine Fahrzeuge durchaus mit den D-Types dieser Zeit mithalten konnten, beendete er 1959 weitestgehend den Bau von Rennwagen. In diesem Jahr verunglückte sein Fahrer Archie Scott-Brown tödlich in Francorchamps.

Lister-Jaguar Costin  in der Seitenansicht
Foto: RM Sothebys
Der in Paris angebotene Lister-Jaguar ist also einer der letzten seiner Art und ging unter anderem bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start. Allerdings fiel das Auto nach 121 Runden mit einem Motorschaden aus. Nach einigen Jahrzehnten in den USA kehrte es 1983 nach Großbritannien zurück, wo es seitdem immer wieder klassische Oldtimerrennen bestritt. Aus diesem Grund wurde auch zuletzt der 3,8-Liter-Motor wieder aufgebaut. Nun ist der Lister-Jaguar bereit für 60 weitere Jahre auf der Rennstrecke.

Alfa Romeo 1900C Super Sprint Coupé by Touring (1954)

Ohne Zweifel baut Alfa Romeo seit Jahrzehnten die mit Abstand schönsten Automobile. Das zeigt auch dieses Coupé aus den Fünfzigerjahren. Gerade einmal 540 Exemplare des 1900C wurden produziert. Wie viele Oldtimer mit Seltenheitswert landete der Alfa irgendwann in den USA, 1965, um genau zu sein. Dort blieb er einige Jahrzehnte und wechselte mehrmals den Besitzer. 1972 unter anderem für gerade einmal 500 Dollar. Was umso erstaunlicher ist, als dass der Alfa Romeo selbst zu seiner Produktionszeit nicht gerade billig war. Mit einem Preis von 31.000 Mark kostete er mehr als ein Mercedes 300 SL Flügeltürer.

Alfa Romeo 1900C Super Sprint Coupé by Touring in Seitenansicht
Foto: RM Auctions
2009 kehrte der 1900 CSS schließlich zurück nach Europa, erst in diesem Jahr wurde er in über 3000 Stunden aufwendig restauriert. Wie perfekt das gelungen ist, zeigen die beeindruckenden Bilder von RM Sothebys.

Aston Martin Tickford Lagonda (1983)

Was für eine Form! Wer nur die ewig stromlinienförmigen Aston Martins der Gegenwart kennt, für den wird der Lagonda wie ein Fahrzeug von einem anderen Stern aussehen. Als Urahn der Achtzigerjahre besteht diese Limousine vor allem aus Kanten, als hätte der Designer nur mit rechten Winkeln gearbeitet. Kein Wunder, dass die zweite Baureihe des Lagonda mit ihrem mutigen Design bei der Premiere 1976 für Furore sorgte. Das setzte sich auch innen fort: Viele Digitalanzeigen läuteten den Beginn des modernen Autobaus ein. Sogar einen Sprachcomputer gab es bereits im Lagonda.

Aston Martin Lagonda in der Seitenansicht
Foto: RM Auctions
Steigern kann das nur noch das äußerst seltene Topmodell der Linie, der Tickford. Nur elf Exemplare wurden gebaut und der Legende nach von einem Königshaus im Mittleren Osten importiert. Das könnte erklären, warum dieser Lagonda gerade einmal 15 000 Kilometer gelaufen ist.

BMW Alpina B7 Turbo (1985)

BMW, diese drei Buchstaben stehen seit jeher für die sportlichsten Mittelklasse-Autos. Wem das nicht genug ist, aber der Marke treu bleiben will, der landet irgendwann bei Alpina. Seit den Sechzigerjahren modifiziert das Unternehmen aus Buchloe die Fahrzeuge aus München.

BMW Alpina B7 Turbo in der Seitenansicht
Foto: RM Auctions

Der B7 ist der erste Sechser, an den sich Alpina wagte. Der Motor basiert auf dem 3.0-Liter-Sechszylinder aus der Fünfer-Reihe, wurde jedoch von den Tunern überarbeitet und optimiert. So gibt es jetzt zum Beispiel eine Boost-Kontrolle für den Turbolader, so dass die Leistung zwischen 250 und 300 PS geschaltet werden kann. Ein klassisches Beispiel für die Fähigkeit Alpinas, aus einem guten einen noch viel besseren BMW zu machen.

Ferrari 250 GT Coupé by Pinin Farina (1960)

Keine Oldtimer-Auktion ohne einen Ferrari. Und was für einer! Wer seinen klassischen Ferrari wirklich fahren will, für den gelten die 250 GTs aus den Sechzigern als bessere Wahl. Die Schallisolierung ist optimiert, es gibt Scheibenbremsen und den neuen Motor mit 240 PS.

Ferrari 250 GT Front und Seitenansicht
Foto: RM Auctions

Gekauft wurde dieser 250 GT zunächst von einem US Army Helikopterpiloten, der ihn mit in seine Heimat nach Oregon nahm und später an einen Zahnarzt verkaufte. Gefahren wurde er in fast 70 Jahren allerdings kaum. Genau 31 628 Kilometer sind auf dem Tacho, was vielleicht auch erklärt, warum der Sportwagen rostfrei ist und sich fast vollständig im Originalzustand befindet.

Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse (2014)

Extremer geht es wohl kaum. Der Bugatti Veyron besitzt 16 Zylinder, 1200 PS und fährt über 400 Kilometer in der Stunde. Dass solch ein Fahrzeug in den Nullerjahren von Volkswagen entwickelt wurde, hätte sich selbst in Wolfsburg wohl niemand träumen lassen. Der Grand Sport Vitesse ist die vierte und letzte Modellvariante des Veyron. Ein Supersportwagen, der laut TÜV das schnellste Cabrio der Welt ist: 408,84 km/h genau.

Front des Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse
Foto: RM Auctions

Der in Paris ausgestellte Veyron ist die Nummer 73 von 92 und wurde ursprünglich für Bugatti selbst als Promotion-Fahrzeug gebaut. In den Privatbesitz gelangte er im August 2014. Anmeldeort: Cannes. Natürlich. Mit gerade einmal 2750 Kilometern Laufzeit ist er dort aber nicht viel herumgekommen.

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Foto Christian Finke

Christian Finke
CEO AIL Leasing & Finance

„Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner zum Thema »Oldtimer-Leasing«. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.“

Autor

Portrait von Felix Reek

Felix Reek -

Redakteur